Kunst am Clubheim
BSC Eintracht / Südring Archiv Kunst am Clubheim

Kunst am Clubheim

Zwei Graffiti-Künstler gestalten mit Jugendlichen des Vereins die Giebelseite des Clubheims.

Eigentlich war es gegen den Kodex der Sprayer-Szene. Der Graffiti-Schriftzug „Eintracht Südring“ an der Giebelseite des Vereinsheims war übersprüht worden. Normalerweise darf nach dem Gesetz der Szene nur dann über ein Graffito (Einzahl von Graffiti) gegangen werden, wenn das neue Bild besser wird. Das war aber hier ganz und gar nicht der Fall – ein übler silberner Schriftzug prangte an der Wand, der dann nochmal übersprayt worden war.
Besonders unserem 2. Vorsitzenden Udo Nicolaus war das ein Dorn im Auge. Auf seine Initiative hin kontaktierte ich unser früheres Mitglied Peer Wiechmann vom Verein Cultures Interactive. Der wiederum vermittelte mir Jenny Kuhl, Grafik-Designerin und Graffiti-Künstlerin mit über 10 Jahren Erfahrung und mit ihrer Kunst aktiv im Kampf gegen rechts.

Zusammen mit ihrem Kollegen Georg Abraham übernahm sie – im übrigen gratis – die Aufgabe, mit Jugendlichen des Vereins die Wand zu gestalten. Leider kamen nur zwei Jugendliche zu den Treffen: Dennis und René. Aber die waren mit großer Geduld und Energie dabei, als es am Mittwoch um die ersten Entwürfe, am Donnerstag um die Abstimmung der Aufteilung und Samstag bis Montag um das eigentliche Sprayen ging.

Das Ergebnis an der gut 40 Quadratmeter großen Wand kann sich mehr als sehen lassen. Alle Vereins-Sportarten wurden als so genannte „Gliederpuppen“ dargestellt. In der Mitte prangt eine riesige Anzeigetafel mit „Eintracht Südring - Gast 6:1“ - wobei das Ergebnis auch als „61“ für unseren früheren Kreuzberger Postzustellbezirk gelesen werden kann. Elegant ist auch, dass das „Eintracht Südring“ auf diese Weise weit nach links gerückt ist und so sehr gut auch von der Straße aus gelesen werden kann. Ganz bescheiden haben unsere vier Künstler rechts unten das Bild signiert.

Nun bleibt nur zu hoffen, dass auch die anderen Sprayer den Wert des Werkes erkennen und sich in vornehmer Zurückhaltung üben, damit wir noch ein bisschen Freude an „unserem“ Graffito haben.

Michael „Migu“ Häfelinger
Jugendsportwart

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